Die Ampel war rot?… Ach, die auch? – Hormone in der Schwangerschaft
Die Magie der Schwangerschaft
Plötzlich müde, vergesslich, wütend, weinerlich, abwesend, tiefenentspannt? Überfällig mit der Periodenblutung? Vielleicht bist du schwanger? … Die Brüste machen was sie wollen, plötzlich tropft es ständig (und frau hat Angst, es könnte Blut sein, was sich da plötzlich so feucht anfühlt, aber da ist gar kein Blut) und nicht Jede erkennt sich noch wieder. Sogar der eigene Körpergeruch kann sich verändern. Ängste und Vorfreude wechseln sich ab, während die Haut der meisten Schwangeren alles gibt – sie strahlt, während frau gleichzeitig zwischen Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel und Übelkeitsattacken hin- und hergeworfen werden kann.
Das alles ist völlig normal, denn wenn die Hormone sich an die Arbeit begeben, ein Wunder zu vollbringen, geht es nicht ohne Veränderungen vonstatten!
Die Hormone der Veränderungen
Es geht dabei nicht nur um die Entwicklung des Babys, sondern auch um die Anpassung des Körpers an die Schwangerschaft. Wichtige Rollen spielen die nachstehenden Hormone:
- hCG (humanes Choriongonadotropin): Es hilft dem befruchteten Ei bei der Einnistung und ist das erste Schwangerschaftshormon, dessen Spiegel nach der Befruchtung schnell ansteigt. Es hält die Schwangerschaft aufrecht und signalisiert dem Körper, den Embryo zu schützen. Dieses Hormon ist es, was anhand von üblichen Schwangerschaftstest gemessen wird und im Laufe des ersten Trimesters stark ansteigt.
- Progesteron ist in der zweiten Zyklushälfte dafür zuständig, die Gebärmutterschleimhaut aufzulockern, sodass ein befruchtetes Ei ein nettes Plätzchen finden kann. Progesteron könnte auch als „Schutzengel-Hormon“ bezeichnet werden, denn es sichert die Einnistung des Embryos, sorgt für Entspannung der Gebärmuttermuskulatur und hilft, die Schwangerschaft zu erhalten. Progesteron muss stark ansteigen. Zunächst übernimmt die Produktion der Gelbkörper, später, in der Schwangerschaft, muss dies die Plazenta übernehmen. Allgemein wird davon gesprochen, dass am Ende des dritten Monats die Plazenta soweit sei, doch sicherer davon ausgehen könnte man am Ende des vierten Monats. Wer mittels des Einsatzes bioidentischen Progesterons schwanger wurde, sollte aus meiner Sicht die Einnahme bis zur Geburt fortsetzen, um das Ungeborene nicht zu gefährden.
- Östradiol: Es baut in der ersten Zyklushälfte die Gebärmutterschleimhaut auf, steigt für einen Eisprung kurzfristig rasant an, fördert das Wachstum der Gebärmutter und bereitet die Brust auf das Stillen vor. Es sorgt auch dafür, dass sich Kreislauf und Blutvolumen anpassen.
- Östriol: Ist wichtig für die Schleimhautbefeuchtung und damit sowohl für den Kinderwunsch, als auch eine erfolgreiche Schwangerschaft – in einer Wüste kann sich ein befruchtetes Ei schwer anlagern.
- Prolaktin: Regt die Entwicklung der Brustdrüsen an und legt die Grundlage für die Milchbildung nach der Geburt.
- Oxytocin: Das sogenannte „Kuschelhormon“ ist essenziell für die Geburt, da es Wehen auslöst, und spielt auch danach eine wichtige Rolle bei dem sogenannten Bonding, der Mutter-Kind-Bindung.
- Die Schilddrüsenhormone (fT4, fT3) steuern den Stoffwechsel und sind auch für die Entwicklung des kindlichen Gehirns und Nervensystems von großer Bedeutung. Während der Schwangerschaft ist ein ausgewogenes Verhältnis besonders wichtig, da sowohl Unter- als auch Überfunktionen Risiken wie etwa Fehlgeburten bergen können.
Nichts bleibt, wie es war. Alles ändert sich.
Die hormonelle Landschaft verändert sich von Monat zu Monat. Zu Beginn steigt hCG rasant, während Progesteron und die Östrogene stetig zunehmen. Die Schilddrüsenhormone steigen ein wenig an, halten sich aber die Waage. Gegen Ende der Schwangerschaft bereiten sich die Hormone auf die Geburt vor: Oxytocin wird aktiver, Prolaktin steigt, und das Zusammenspiel aller sorgt dafür, dass der Körper bereit ist für das große Finale – die Geburt und das danach.
Was einem vorher niemand sagt…
Natürlich ist es in der Schwangerschaft, aber auch schon Monate davor, wichtig, dass man sich ausgewogen ernährt, möglicherweise Nährstoffsupplements zuführt – hier ist u.a. Folsäure zu nennen – und man sich regelmäßig bewegt. Kurz vor der Geburt scheint ein Zuckerverzicht eine leichtere Geburt zu ermöglichen. Doch was einem niemand erzählt ist, dass die Psyche von den Veränderungen ziemlich herausgefordert sein kann. Da sind nicht nur die Sorgen, ob man eine gute Mutter wird und alles richtig macht. Auch der gesellschaftliche Druck ist da, dass man hinterher wie vorher funktionieren muss. Doch auch die hormonellen Veränderungen können zu Problemen führen, die man achtsam beobachten muss und wobei frau auch selbst gut für sich sorgen und ihrem Bauchgefühl folgen darf! Wochenbettdepressionen, die übrigens auch den Mann treffen können, sind nicht selten aufgrund der Umstellung, weil jetzt das Kind da ist, sondern eine Folge der Hormonabstürze nach der Schwangerschaft! Eine gute Nährstoffversorgung, sowie eine Unterstützung der Hormondrüsen kann sehr wichtig sein, um dies abzumildern. Auch der relativ unbekannte sogenannte „dysphorische Milchspendereflex (D-MER)“ kann aufgrund starker hormoneller Schwankungen entstehen. Der dysphorische Milchspendereflex ist ein Zustand, bei dem während des Stillens teils massive negative Gefühle wie Wut, Traurigkeit, Angst, Ärger, Panik oder dunkle Gedanken auftreten. Dieser Reflex besteht während des Stillens und ggf. noch ein paar Minuten darüber hinaus. Er wird vermutlich insbesondere durch einen kurzzeitigen Dopaminmangel verursacht. Dieser entsteht unter anderem deshalb, weil Prolaktin (Milchbildungshormon, welches während dem Stillen ansteigt) der Gegenspieler zu Dopamin ist. Dopamin verbessert eigentlich unsere Stimmung. Wenn dieser Spiegel aber bereits eher niedrig ist, bzw. Prolaktin sehr stark wird, kann dies in der Summe zu den beschriebenen Symptomen führen. Wichtig ist hier, den Frauen – die selbst doch unbedingt stillen wollen und sich auch darauf gefreut haben – diesen Zusammenhang zu erläutern. Damit wird es schon weniger schlimm für die Betroffenen, weil sie wissen, dass sie nicht verrückt werden. Als Hilfe lohnen sich hier Aktivitäten, die den Dopaminspiegel grundsätzlich ansteigen lassen – spazieren gehen, schöne Musik hören, etwas Gutes essen… Alles, was Freude macht, kann helfen. Außerdem sollte auch hier eine gute Nährstoffversorgung erfolgen, da ohne L-Tyrosin, Folsäure, Eisen, Vitamin B6, Vitamin C und Vitamin B3 kein Dopamin gebildet werden kann.
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