Gewicht lass nach – oder lieber doch nicht!?
die lieben Kilos…
Mit dem Gewicht ist es ja so eine Sache. Zuviel ist nichts. Zuwenig auch nicht. Und das optimale Gewicht deckt sich in den seltensten Fällen mit dem, was einem die Waage so anzeigt. Oder der vermaledeite Spiegel. Der Körper führt ein Eigenleben und bunkert die Kalorien sogar dann, wenn man bloß ans Essen denkt.
Da fallen schon einmal neidische Blicke auf die viel zu dünnen Menschen unter uns. Doch auch die seufzen. Nicht jede*r ist magersüchtig oder bulimisch. Bei manchen Leuten scheinen sich die Kalorien schlicht so wenig heimisch zu fühlen, dass sie sich gleich den nächsten Notausgang zu suchen scheinen. Zunehmen? Keine Chance, gleichgültig, wie oft die Betroffenen täglich große Mengen verspeisen.
die Steuerung des Körpergewichtes
Viele Faktoren beeinflussen das Körpergewicht:
- Genetische Veranlagung
- falsche Vorstellungen über das eigene Essverhalten:
- gesund bedeutet nicht gleich kalorienarm
- das tägliche Stück Obstkuchen kann zu einer regelmäßigen Überschreitung der Tagesgesamtsumme an Kalorien führen
- man wird nicht übergewichtig, wenn man zu spät am Abend isst. Es ist ein Fehler, wenn man wegen solcher Vorstellungen das Essen lieber gleich sein lässt
- …
- der Konsum flüssiger Kalorien in Form von beispielsweise Limonade geht sehr schnell, ohne, dass man davon satt würde – aber die Kalorien führen zu einer Gewichtszunahme
- falsche Einschätzung der körperlichen Betätigung
- sorry, Leute, Gartenarbeit ist kein Sport – wenn ihr nicht gerade Garten- und Landschaftsbauer seid mit viel körperlicher Arbeit, dann zählt das einfach nicht
- jeden Tag mehrmals für viele Stunden Sport ist aber auch nicht zwingend gesund – wenn man dadurch zu wenig wiegt, muss man die Sportmenge reduzieren!
- …
- seelische Belastungen
- eine Darmfehlbesiedlung
- Krankheiten
- hormonelle Dysbalancen
- …
Wen muss man im Auge behalten?
„Wie bitte? Die Hormone haben etwas mit dem Gewicht zu tun?“, werde ich häufig mit einem vorwurfsvollen Blick gefragt. „Dabei ist mein Zyklus vorbildlich!“
„Aber ja!“, antworte ich dann. „Die Hormone haben fast überall ihre Finger drin. Und die Steuerung des Körpergewichtes ist essentiell für ein Überleben. Somit gibt es im Körper viele Mechanismen, die darauf einwirken. Der Zyklus ist nicht zwingend davon betroffen. Und nicht jedes Hormon hat auch etwas mit Ihrem Zyklus zu tun.“
„Das bedeutet?“, wollen die meisten dann genauer wissen.
Ich hole gerne weiter aus: „Verschiedene Hormone beeinflussen das Körpergewicht. Die wichtigsten Hormone in diesem Zusammenhang sind Östradiol, Progesteron, Testosteron, Kortisol, Insulin, Ghrelin, Leptin, Dopamin, Serotonin, Melatonin, Histamin und nicht zuletzt die Schilddrüsenhormone T4 und T3.“
„Ui. Das sind aber viele Hormone. Was machen wir denn jetzt?“, kommt die überraschte Antwort.
Ja, was machen wir jetzt? Zunächst müssen wir eines feststellen: Gewicht ist nicht gleich Gewicht. Da wäre zum einen das normale Gewicht, das wir alle mitbringen. Schließlich wiegen Knochen, Organe, Haut, Blut etc zum Glück etwas. Je größer, sprich länger, wir sind, desto mehr müssen wir naturgemäß wiegen. Hinzu kommt noch Gewicht durch Muskelmasse, durch Fettdepots, aber auch durch Wassereinlagerungen – sprich Ödembildung.
Im ersten Schritt können wir mit der Anamnese in der Praxis herausfinden, wie sich das Gewicht zusammensetzt. Anhand weiterer Symptome kann eingegrenzt werden, auf welche Hormone sich das Problem vermutlich bezieht – und zwar sowohl bei Über- als auch bei Untergewicht!
Bei Übergewicht sind zum Beispiel Cortisol, Östradiol und Progesteron im Ungleichgewicht, während bei Untergewicht möglicherweise Histamin, Ghrelin und Leptin ihr Unwesen treiben. Doch Vorsicht! Sicher wissen wir es nur nach einer Anamneseerhebung, denn alle im Beispiel genannten Hormone können ebenfalls das Gegenteil auslösen! Hier beginnt dann die spannende Reise: Nach der Anamnese würden sich nun Laborwerte und die Therapie anschließen. Dies könnte Life-Style-Korrektur, Ernährungsplan, Aufklärung über Essensfehler und Resilienzaufbau enthalten.
In jedem Fall muss die Balance der Hormone wieder hergestellt oder zumindest so gut wie möglich beruhigt werden. Dies erfolgt am besten mit phytotherapeutischen Produkten und homöopathischen Tiefpotenzen.
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