Wechseljahre des Mannes – die Andropause
Ist es ein Märchen?
Gibt es sie – die Wechseljahre des Mannes? Oder ist diese Phase einfach nur eine Spinnerei von Männern, die im Leben vermeintlich zu kurz kamen?
Ist damit die Zeit gemeint, in der plötzlich das Motorrad vor der Tür steht, obwohl Mann gar keinen Führerschein dafür hat, und plötzlich alles im Leben umgekrempelt werden muss?
Wechseljahre sind doch eigentlich das, was Frauen Hitzewallungen beschert, oder?
Nein, kein Märchen …
Tatsächlich haben auch Männer ihre Wechseljahre. Da Männer aber keine regelmäßig wiederkehrende Regeblutung haben, gibt es keine so ins Auge springende Veränderung wie bei den Frauen, bei denen in den Wechseljahren nach und nach die Periodenblutung versiegt.
Doch auch bei den Männern sinken die Steroidhormone mit zunehmendem Alters ab: Dies betrifft insbesondere die Vorläuferstufe der Steroidhormone Pregnenolon, sowie die Hormone DHEA und Testosteron.
Übergewicht, rauchen und Alkoholkonsum beschleunigen den Prozess, der für gewöhnlich zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr des Mannes beginnt.
Bei sportlich aktiven Männern kann dieser Prozess hingegen verlangsamt werden, und die Andropause – oder auch Late-Onset-Hypogonadismus, Aging-Male-Syndrom oder Klimakterium virile, wie die Wechseljahre des Mannes ebenfalls genannt werden – in ein höheres Lebensalter verschoben.
Also, wie sieht das jetzt aus beim Mann? Hitzewallungen?
Nein, keine Hitzewallungen. Jedoch können sinkende Testosteronhormonspiegel zu den bekannten Testosteron-Mangel-Symptomen führen. Diese sind unter anderem eine nachlassende Stressresistenz, einhergehend mit Konzentrationsstörungen und einer Abnahme von Denk- und Merkfähigkeit, sowie zunehmende Muskelschwäche, Verlust von Muskulatur mit Schmerzen – inklusive einer Herzmuskelschwäche – bis hin zu massiver Reizbarkeit, innerer Unruhe, sozialem Rückzug, Schlafstörungen und Gewichtszunahme. Auch eine erhöhte Infektanfälligkeit kann ein Zeichen des abfallenden Testosteronspiegels sein.
Ge!-Reizt!
Entgegen der landläufigen Meinung zeigt die Studienlage, dass Männer mit guten Testosteronspiegeln faire Verhandlungspartner sind, die sich nicht so schnell aus der Ruhe und ihrem Konzept bringen lassen. Der vermeintliche Testosteronüberschuss mit hohem Aggressionspotential ist häufig eher ein Testosteron-Mangel-Symptom, und das in jedem Alter.
Treffen Sie also auf einen Mann, der übermäßig gereizt ist, ohne dass äußere Umstände das schlüssig erklären könnten, der außerdem Gewichtsprobleme bekommt und überhaupt an mehreren der vorgenannten Symptome leidet, sollten Sie unbedingt den Testosteronspiegel überprüfen.
Was tun?
Zur Feststellung sollten die freien Anteile der Hormone Testosteron, DHEA, Progesteron und Östradiol erhoben werden. In der Therapie sollten die Hormondrüsen mit Aminosäuren, Vitaminen und Mineralien unterstützt werden. Außerdem sollte der Mann zu sportlicher Ausdaueraktivität und Muskeltraining ermuntert werden. Dies fördert die Testosteronsynthese, ebenso wie regelmäßige sexuelle Aktivität.
Eine hormonelle Unterstützung ist für gewöhnlich nicht notwendig.
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